Bibliografie

Breslau

Foto: Ernst Kroch im Alter von 8 JahrenErnst Kroch wurde am 11. Februar 1917 als Kind jüdischer Eltern in Breslau geboren. Sein Vater Ludwig Kroch arbeitete als Handelsvertreter, seine Mutter Elly Kroch geb. Voss war Hausfrau. Ernst hatte zwei Geschwister, den sieben Jahre älteren Bruder Heinz und die fünf Jahre jüngere Schwester Suse. Nach vier Jahren Volksschule besuchte Ernst zunächst das Gymnasium. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der Familie, sodass die Fortsetzung der schulischen Ausbildung nicht mehr möglich war.

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Jugoslawien

Ernst-in-JugoslawienAnfang 1937 wurde Ernesto unter der Bedingung, Deutschland innerhalb von zehn Tagen zu verlassen, aus dem KZ entlassen. Er ging zunächst nach Jugoslawien, wo er in einem Agrarprojekt arbeitete, das jüdische Jugendliche für die Auswanderung nach Palästina vorbereitete. Er selbst wollte aber nicht nach Palästina. Er stand dem Zionismus und dem Projekt eines jüdischen Staates in Palästina sehr kritisch gegenüber, weil er der Ansicht war, dieser könne nur auf Kosten der dort lebenden arabischen Bevölkerung realisiert werden.

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Von Ernst zu Ernesto

ernst-gewerkschaft-foto-martin-kesslerIn Montevideo fand Ernst, nun Ernesto, schnell Arbeit. Er profitierte von seiner Lehre als Maschinenschlosser, die er in Deutschland gemacht hatte. Mit dieser Ausbildung konnte er im Ausbesserungswerk der uruguayischen Eisenbahnen, damals im Besitz einer britischen Gesellschaft, anfangen. Wieder trat er sofort in die Metallarbeitergewerkschaft ein, der er die nächsten 74 Jahre (!) angehören sollte. Außerdem engagierte er sich bald im „Deutschen Antifaschistischen Komitee“, einer Gruppe, die Flüchtlinge aus Nazideutschland in Montevideo gegründet hatten, um auch von Lateinamerika aus gegen den Nationalsozialismus zu kämpfen.

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Frankfurt/Main

Er, der einst Deutschland verlassen musste, kam nun als Flüchtling in eben dieses Land, in eine Gesellschaft, die er kaum kannte. Er ging nach Frankfurt am Main. Zunächst versuchte er Arbeit zu finden, was für einen 63-Jährigen nicht gerade einfach war. In seinem Beruf als Metallfacharbeiter bzw. -techniker gab es keine Möglichkeiten. Er konnte dann aber etwas Geld als Übersetzer, Sprachlehrer und später auch als freier Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks verdienen und erhielt eine kleine Rente.

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Der Autor

coverexilErst in Frankfurt/M. wurde Ernesto Kroch ein literarischer Autor. Geschrieben hatte er schon immer, journalistische Texte für die Zeitung der uruguayischen Metallarbeitergewerkschaft, oder seit 1963 als Lateinamerikakorrespondent der „Weltbühne“. Doch im zweiten Exil schrieb er nun auch Erzählungen, später den Roman „Wo auch immer...“ und eine Autobiographie, dazu ein Buch über die Geschichte Uruguays in deutsch. Insgesamt veröffentlichte er neun Bücher, drei davon auf Deutsch in der Bundesrepublik, sechs auf Spanisch in Uruguay. 1987 veröffentlichte Ernst in Deutschland ein Buch mit Geschichten aus Lateinamerika „Südamerikanisches Domino“.

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Zwischen den Welten

16 wandzeitung-vor-ernestos-hausNach 1985 lebten Ernst und Eva den größten Teil des Jahres in Uruguay. Sobald es dort aber Winter wurde (Mai bis September) kamen sie jedes Jahr für ein paar Monate nach Europa. Sie hatten ihren Standort in Frankfurt, reisten viel und besuchen Verwandte und Freunde in Deutschland, den Niederlanden und in Israel.
Daneben hielt vor allem Ernst sehr viele Vorträge über Uruguay oder las aus seinen Büchern, vor allem der Autobiographie „Heimat im Exil – Exil in der Heimat“. Das tat er in Schulen, Kulturzentren, linken Infoläden, Kirchengemeinden, Gewerkschaftshäusern oder bei attac.

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